Uber hat sich mit Uber Eats recht erfolgreich ins Liefergeschäft vorgearbeitet. Im Podcast „Ich habe wieder was gelernt“, spricht Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler auch über die Wahrscheinlichkeit, dass Uber Cannabis nach Deutschland liefern wird.

Uber Deutschland war ruhig. Nach jahrelangem Streit hat das Unternehmen nun sein Profil geschmälert. Liegt es daran, dass Uber, genau wie andere Taxiunternehmen, mit der Corona-Krise sehr wenig zu tun hat? Uber bietet in größeren Städten Fahrten zum Arzt oder zur Impfstelle an. Aber weiter nichts.

Trotz aller Schwierigkeiten arbeitet das Unternehmen weiter an seinem globalen Ziel, bis zum Jahresende profitabel zu werden. Dies wäre eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass Uber im vergangenen Jahr weltweit 6.8 Milliarden Dollar verloren hat. Uber verliert als Transportdienst mit wettbewerbsfähigen Preisen Geld. Viel erfolgreicher ist die zweite Säule: Der Transportdienst Uber Eats konkurriert inzwischen mit Unternehmen wie Lieferando.

Uber-Kämpfe in Deutschland

„Die Idee ist vergleichbar“, verrät Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler im NTV-Podcast „Wieder was gelernt“. „Du hast eine App, in der dir schnell Essen aus einer Vielzahl von Restaurants angeboten wird. Es wird dann zu Ihnen geliefert, aber in der Regel auf dem Fahrrad und nicht im Auto, was wirtschaftlich sinnvoller ist.“

Uber konzentriert sich auf die Zustellung, da es darum kämpft, als Taxidienst zu profitieren

Uber Eats ist eine Goldmine. Uber könnte weltweit Aufträge im Wert von rund 52 Milliarden US-Dollar erhalten, zumindest legen die Zahlen vom März nahe. Das wären 20 Milliarden mehr als die Autodienstleistungsbranche. Weigler, Deutschlands Vorstandsvorsitzender, sagt, dies sei eine „momentane Momentaufnahme“. In Amerika und England erfährt die Mobilitätsbranche eine starke Erholung. Beide Bereiche werden künftig als gleichberechtigte Säulen gebaut.

Uber kann als Fahrdienst kein Geld verdienen. Das Geschäftsmodell beruht darauf, dass Fahrer selbstständige Unternehmer sind. Sie fahren ihre eigenen Autos und kümmern sich um Pausen, Wartung und Arbeitszeiten. Uber stellt ihnen nur die App zur Verfügung, um Kunden zu finden. Das ist in Europa illegal. Im Februar entschied der Oberste Gerichtshof von London, dass Uber seine Fahrer ordnungsgemäß einstellen muss. Uber kann nur Aufträge für Berufskraftfahrer in Deutschland vermitteln. Sie sind zur Rückkehr verpflichtet. Zum Entsetzen des Uber-Chefs machte die deutsche Politik ein Zugeständnis an die Taxibranche.

Neue Vorschriften, unter denen Uber leidet

Stellen Sie sich vor, Sie lassen jemanden in einer Bar oder einem Restaurant raus, wo wahrscheinlich bald ein neuer Passagier ankommt. Christoph Weigler ärgert sich darüber, dass Sie noch immer leer zurück zu Ihrem Firmensitz fahren müssen. Dies verursacht unnötige Emissionen, Leerfahrten und mehr. Dazu wird Uber nun in Deutschland gezwungen.

Der Mitfahrdienst von Uber soll im nächsten Jahr auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. Dies wird jedoch nicht ausreichen. Bereits 65 hatte das Unternehmen weltweit 2019 Milliarden Dollar an Buchungen für seinen Taxidienst erhalten. Ende 8.5 waren es noch 2018 Milliarden Dollar Verlust. Denn mit jeder Fahrt steigen die Ausgaben.

Uber Eats ist anders. Es gibt keine Rückgabepflichten und keine Taxifahrer, die über ihre Interessen sprechen. Philipp Kosok, Mobilitätsspezialist von Agora Verkehrswende, sagt, dass selbst in diesem Bereich bislang wenig Geld verdient wurde. Er erklärt, dass deutsche Zustellunternehmen vor allem ihre Forderungen abgesteckt und Marktanteile gesichert haben. Wenn die Branche stabil ist, wird es wahrscheinlich noch einige Jahre dauern, bis man mit der Lebensmittellieferung Gewinne machen kann.

Die Lebensmittelindustrie macht ein schlechtes Geschäft

Uber Eats hat in Deutschland noch keinen Erfolg. Uber will in wenigen Wochen zunächst einen Testlauf in Berlin machen. Dann fordern sie Lieferando heraus, den Platzhirsch des Lebensmittelliefermarktes in Deutschland.

Uber isst Lieferjunge

Um sich auf lukrative Märkte wie Asien zu konzentrieren, verkaufte der Berliner Dax-Konzern Delivery Hero 2018 seine deutschen Aktivitäten an den Takeaway-Mutterkonzern Lieferando. Ein Jahr später verließen auch die Briten von Deliveroo den deutschen Markt. Die Probleme werden immer schlimmer. Unternehmen wie Lieferando nehmen 30% des Kassenbons, um Bestellungen aufzugeben und diese dann an Restaurants zu liefern. Das ist eine Abzocke für die von der Corona-Krise stark betroffenen Lebensmittelbetriebe.

Für Uber zu arbeiten ist nicht attraktiv

Hinzu kommt die Unattraktivität und Monotonie des Jobs. Die Arbeitsbedingungen können oft so schlecht sein wie die Margen. Als Lieferfahrer müssen Sie nicht mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren.

Laut Kosok, einem Mobilitätsexperten, besteht ein Engpass darin, jederzeit Personal für diese Dienste zu finden. Sie waren in der Vergangenheit nicht immer die bestbezahlten Arbeitgeber. Klar ist, dass der beste Service gewinnt, wenn er sich sowohl als guter Arbeitgeber als auch als guter Partner für Restaurants positioniert.

Mit diesem Rezept hat es Wolt, ein finnischer Neuling in Berlin, geschafft, Lieferando zu überholen. Philipp Kosok prognostiziert, dass man, wenn man ein erfolgreicher Kurier sein will, Stundenlöhne, Arbeitsverhältnisse und eine Entschädigung für die Wartung der Fahrräder bereitstellen muss.

Dem stimmt auch Christoph Weigler zu. Der Chef von Uber in Deutschland sagt: „Es ist definitiv nicht ratsam, das ganze System zu Gunsten einer Partei zu optimieren.“ Uber Eats zielt darauf ab, ein Paket anzubieten, das für alle Parteien attraktiv ist. Dies ist eine Lektion, die im Mobilitätssektor gelehrt wurde.

Uber hat Cannabis im Blick?

Uber hat große Pläne. Das Reisebüro arbeitet sowohl mit Supermärkten als auch mit anderen ähnlichen Anbietern zusammen, um sicherzustellen, dass Lieferungen möglich sind. Kunden können täglich Pizza sowie Zahnbürsten und andere Produkte bestellen. Christoph Weigler sagt: „Wir wollen ein bisschen wie das Betriebssystem für Städte sein.“

Uber-CEO Dara Khosrowshahi

Sie können auch Cannabis liefern. Dara Khosrowshahi, CEO von uber, kann es sich vorstellen. In einem Interview mit CNBC erklärte er, wenn die Bundesebene klar ist, werden wir uns das sicherlich ansehen. Deutschland ist noch weit davon entfernt, Marihuana zu legalisieren, und die Situation ist in den meisten Ländern der Welt nicht anders. Aber was ist der Unterschied zwischen einer Pizza, einem Joint und einem Taxi? Es kann einige Zeit dauern, bis sich der Traum verwirklichen kann, aber Cannabis könnte in naher Zukunft für Uber enorm profitabel sein. Dies kann derzeit in den USA oder Kanada möglich sein. Aber für Deutschland müssen sie es erst mit Pizza zum Laufen bringen.

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